Je suis… Wovor wir uns wirklich fürchten müssen (+english version)

Gäbe es im Nahen Osten eine Zeitung, welche Sartire publiziert und dadurch das Christentum kritisiert, wären wir dann wirklich in der Lage einfach darüber zu lachen? Ehrlich gesagt bin ich mir was das betrifft nicht ganz sicher. Ja, vielleicht wären wir in der Lage dazu, aber vielleicht gäbe es auch unzählige Schlagzeilen wie diese: “Islamistischer Terror hat Christen in Europa im Visier”. Mit diesem Artikel möchte ich meine Sichtweise auf die schrecklichen Ereignisse in Paris, wobei 12 Menschen, die für das Sartire Magazin Charlie Hebdo arbeiteten, kaltblütig ermordet wurden,darstellen.

Wir alle wissen dass es so kommen wird, dass diese Tragödie eine Grundsatzdebatte über Meinungsfreiheit, über political correctness und über das leidige Thema Islamfeindlichkeit nach sich ziehen wird. Meinungsfreiheit ist ein wichtiger Teil jeder modernen Gesellschaft und absolut essentiell für den Aufbau eines politischen Systems mit dem sich die Menschen identifizieren können und in das sie Vertrauen haben, dennoch sollten wir in diesem Zuge nicht vergessen, dass mehr Freiheit auch mehr Verantwortung bedeutet. Verantwortung dafür, dass sich andere Menschen durch das, was wir sagen nicht angegriffen oder beleidigt fühlen und Verantwortung dafür, dass wir die Grenzen unseres Handelns kennen, dass wir wissen wie weit wir gehen können und wo wir aufhören müssen. Kritik sollte offen geäußert werden können. Immer. Doch sollten wir uns immer wieder der Macht unserer Worte bewusst werden. Kritik ist wichtig, wir können daran wachsen und lernen offen zu sein für andere Meinungen und Ansichten.

Es ist gut kritisch zu sein. Ich bin kritisch. Auch gegenüber zu viel Kritik.

Natürlich sind die Geschehnisse in Paris absolut unentschuldbar und untragbar, was auch immer der Auslöser gewesen sein mag, und ich will keinesfalls versuchen das Ganze in irgendeiner Art und Weise zu beschönigen oder zu erklären, denn für so etwas gibt es keine Erklärung. Ich möchte nur deutlich machen, dass dies für uns kein Anlass sein sollte Angst vor dem Islam und muslimischen Menschen zu haben. Das Attentat in Frankreich hat nichts mit dem Islam zu tun, sondern mit Terrorismus. Mit Terrosimus unter dem ein Großteil der muslimischen Menschen selbst zu leiden hat. Wir sollten unsere Augen öffnen und die Dinge kritisch hinterfragen, denn dann müssen wir zwangsläufig feststellen, dass dieser religiöse Totalitarismus drauf und dran ist allen Fortschritt den wir in den letzten Jahren hinsichtlich gegenseitiger Akzeptanz und Offenheit erlebt haben, zu zerstören.

Es sollte mittlerweile jedem von uns bewusst sein, dass es einen großen Unterschied gibt zwischen Islam und Islamismus und dass wir durch den Aufbau dieser Abwehrhaltung dem Islam als Religion gegenüber, Unschuldige Menschen mit unserer Ablehnung bestrafen. Extrimisten wie jene, verantworlich für das Attentat in Paris, benutzen den Islam und den Namen Gottes um eine Rechtfertigung und Begründung für ihre grausamen Taten zu finden. Sich hinter dem Namen Gottes verstecken zu können, gibt ihnen das Gefühl von Stärke und Unbesiegbarkeit. Um sie zu entmachten, bedarf es demnach mehr als nur Ausgrenzung und ein scharfes Verurteilen ihrer Taten. Wir sollten anstatt diese Menschen mit Aufmerksamkeit zu “belohnen”, und als Konsequenz alle Menschen islamischen Glauben zu verurteilen, diejenigen unterstützen, die selbst zu Opfern islamistischen Terrors wurden und gezwungen sind deshalb aus ihrer Heimat zu fliehen. (Hallo Pegida, ja richtig, ich spreche von dir!)

Es ist nicht der Islam der uns bedroht, sondern einzelne Personen und Gruppierungen, die Religion als eine Waffe benutzen. Durch die wachsende Angst vor dem Islam und die Unsicherheit, die sich in unseren Köpfen breitzumachen scheint, verleihen wir diesen Personen Macht. Die Macht unsere Gedanken zu kontrollieren. Die Gedanken einer gesamten Nation nur durch die Verwendung von zwei Wörtern: Allahu Akbar.

Während meiner Recherche für diesen post bin ich über einen sehr interessanten Artikel von Mehdi Hassan für die Huffington Post gestolpert: http://www.huffingtonpost.co.uk/mehdi-hasan/charlie-hebdo-free-speech_b_6462584.html

Der Artikel versucht die aktuellen Geschehnisse und vor allem die politischen und auch sozialen Auswirkungen des Attentats in Paris, aus einer Perspektive fern von allem “je suis Charlie hype”, zu analysieren.

 What we really have to fear

If in the Middle East there would be a newspaper existing publishing sartire, critisizing christians, would we be able to laugh about it !? Actually I am not sure about that. Maybe we would, or maybe the new headlines in our newspapers would say: “Islamist terror has its eye on christians in europe! ”

This article is supposed to show my point of view regarding on how we should deal with the tragedy that 12 people were killed for working for a magazine picturing criticism and provocation on political and cultural topics.

We all know that it’s going to happen. That this incident is leading to a debate on priciples about freedome of speech, about political correctness and about the vexed subject Islamophobia.

Freedome of speech is an important part of modern society and absolutely essential for building up a political system that people can trust in and identify with, but we should never forget that with freedome comes responsibility. Responsibilty for not making other people feel offended by what we say, responsibility for knowing how far we can go and where to stop. Criticism should be voiced freely. But here the question arises wether we are always able to define that small line that is seperating criticism from offense.

It is good to be critical. I am critical. Also critical of too much criticism.

Of course what happened in Paris on Wednesday is absolutely unexcusable and unbearable no matter what the trigger was, I just want to make clear that this should not be a reason for us to be afraid of Islam and moslem people! The massacre in France has nothing to do with Islam, but with terrorism. We should open our eyes and see that this religious totalitarianism is about to destroy all the progress that we have made so far in trying to bridge the gaps that keep us from accepting and understanding each other.

We all should know that there is a big difference between Islam and Islamist Terror and that by building up this hate and refusal against Islam as a religion we are victimizing innocent people. Extremists like those responsible for the massacre in Paris are abusing Islam and the name of god to justify their immane actions. Hiding behind the name of god they feel strong and untouchable. Regarding this we should find a way to make them feel less strong, we should, instead of judging people for their believe, help to protect those who are themselves fleeing from Islamistic Terror in their countries (Hello Pegida, yes I am talking about you !) and realize that in order to fight against terrorism we all have to unite.

Its not Islam that is threatening us, but  individual persons using religion as a weapon. By being afraid of Islam we are providing them with power, we allow them to control our thoughts and opinions. Control a nations’ thoughts just by using two simple words: allahu akbar.

While doing some research for this article I stumbled upon a very interesting article, published by the huffington post:  http://www.huffingtonpost.co.uk/mehdi-hasan/charlie-hebdo-free-speech_b_6462584.html

It is analyzing the social and political consequences of the massacre in paris from a in my opinion very downtotheearth point of view, far away from all that “je suis charlie hype”

One thought on “Je suis… Wovor wir uns wirklich fürchten müssen (+english version)

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