Aufgeräumt! – Mir doch egal ob der Kommunismus in China noch lebt

Photo by Maria Hochleitner

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“Ordnung ist das halbe Leben” – ja das pflegte schon Oma immer zu sagen und was damals für Omas Haushalt galt, kann in der Politik doch sicherlich auch nicht falsch sein.

Um heutzutage den Überblick über politische Weltgeschehnisse zu behalten, bedarf es täglicher Recherche, kritischem Hinterfragen und dem ständigen Beschaffen von neuen Informationen aus unterschiedlichen Quellen.
Das kann unter Umständen ein ganz schönes Chaos in unserem Kopf hinterlassen.
Aus diesem Grund versuchen wir alles zu ordnen und fein säuberlich beschriftet in Schubladen abzulegen.
Dinge beim Namen nennen zu können lässt sie viel weniger bedrohlich wirken und nimmt uns den Druck ständig nach einer neuen Definition dafür zu suchen.
Vor der großen kommunistischen Macht China haben wir zwar immer noch Angst, jedoch gibt uns das Einteilen in die Kategorie Kommunismus das Gefühl zumindest zu wissen womit man es tun hat. Ob China nun wirklich so kommunistisch ist, wie überall behauptet wird, spielt dabei keine Rolle. Inwiefern ein Land in dem das Bilden von Gerwerkschaften offiziell verboten ist, das vom Einführen eines Mindestlohns vermutlich noch viel weiter entfernt ist als wir hier in Deutschland und dessen Wirtschaft sich dem Westen gegenüber immer mehr öffnet, sich wirklich blind dem Kommunismus verschrieben hat, ist in meinen Augen eher fragwürdig. Aber wir scheinen uns wohl damit zu fühlen alles zu kategorisieren und vielleicht macht es uns das auch leichter an unserem gewohnten Weltbild festzuhalten: “Mag ja sein, dass China jetzt Exportweltmeister ist, ABER wäre da nicht der Kommunismus, das ist ja schon noch etwas rückständig, dass die noch keine Demokratie dort haben.”
Rückständig, das klingt doch gleich viel weniger bedrohlich und passt hervorragend zu den Ablagen “Billiglohnländer” und “Umweltverschmutzer” welche man gleich daneben finden kann.
Das mag jetzt etwas überspitzt ausgedrückt sein, aber sein wir doch mal ehrlich: Manchmal ist es einfach bequemer der ersten reißerischen Schlagzeile, die uns auf dem Weg zur Arbeit unter die Augen kommt, Glauben zu schenken, als erst nach mindestens drei voneinander unabhängigen Quellen zu suchen, die dies bestätigen. Sich dann auch noch immer wieder von Neuem mit den verschiedensten Themen auseinanderzusetzen und ständig am Ball zu bleiben, das ist zweifelsohne anstrengend. Für viele Menschen zu anstrengend.
Und so bauen wir alle nach und nach unser eigenes, kleines Weltbild das wir als so schön und passend befinden, dass wir scheinbar nur sehr ungern Änderungen daran vornehmen. Verschwindet unser Wille die Welt verstehen zu wollen ganz leise und unbemerkt hinter dem Vorwand sie doch schon längst verstanden und ordnungsgemäß verstaut zu haben?
Es gibt kein “Stadardweltbild” das richtiger und wahrheitsgemäßer ist als alle anderen und nach welchem sich jeder richten sollte, jedoch kann es sicherlich nicht falsch sein sich hin und wieder durch lange nicht geöffnete Schubladen zu wühlen und vielleicht etwas Chaos zuzulassen um möglicherweise genau dadurch den Überblick zu behalten.

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